ADAC Routenplaner und Camperada im Vergleich
Der ADAC plant eine Strecke samt Kosten, Camperada eine Reise über Tage und Nächte. Dazu: Die eigenen Fahrzeugmaße verlangen beim ADAC einen Mitglieder-Login, bei Camperada nicht.
Der ADAC Routenplaner ist unter Wohnmobilisten verbreitet, und das aus gutem Grund: Er berechnet Routen für Wohnmobile und Gespanne unter Berücksichtigung von Höhe, Breite, Länge und Gewicht, zeigt Campingplätze entlang der Strecke, rechnet Maut, Vignetten und Spritkosten und bringt redaktionell geprüfte Inhalte mit, die kein Ein-Personen-Projekt nachbaut. Der Unterschied liegt woanders.
Eine Strecke ist noch keine Reise
Der ADAC beantwortet die Frage, wie du von A nach B kommst und was das kostet. Eine Womo-Tour stellt aber eine andere Frage: Wie verteilt sich die Strecke auf Tage? Wo endet Tag drei? Wie viele Nächte werden es insgesamt, und an welchem Datum bin ich wo? Genau daraus baut Camperada seinen Plan: aus der Fahrzeit, die du dir am Tag zumutest, den Nächten je Halt und dem Abreisedatum. Dauert eine Etappe länger als dein Tag, wird eine Nacht unterwegs eingeplant, verortet und mit Plätzen im Umkreis hinterlegt.
Die Maße hinter dem Login
Die Routenberechnung ist ohne Anmeldung zugänglich. Wer aber die exakten Maße seines Wohnmobils oder Gespanns eintragen will, damit die Route sie auch berücksichtigt, muss sich nach Angabe des ADAC als Mitglied einloggen. Genau die Funktion, die einen Wohnmobil-Routenplaner von einem gewöhnlichen unterscheidet, hängt damit an der Mitgliedschaft.
Für Mitglieder ist das kein Thema. Wer keine Mitgliedschaft hat oder sie nicht für einen Routenplaner abschließen will, plant dagegen mit den Standardmaßen, die ADAC Maps für Wohnmobile nennt: 3,2 Meter Höhe, 2,5 Meter Breite, 7 Meter Länge und bis 3,5 Tonnen. Bei einem 3,30 Meter hohen Fahrzeug ist das ein Unterschied, der auf der Straße spürbar wird.
Was beide leisten
| Frage | ADAC Routenplaner | Camperada |
|---|---|---|
| Eigene Fahrzeugmaße | Möglich, aber nur nach Login als ADAC Mitglied. | Ohne Konto und ohne Mitgliedschaft, direkt beim ersten Besuch. |
| Engstellen-Prüfung | Die Route wird auf Basis der Maße berechnet; eine getrennte Auflistung geprüfter Beschränkungen ist nicht ausgewiesen. | Zusätzlich zur Berechnung wird die fertige Strecke gegen Höhen-, Breiten- und Gewichtsgrenzen aus OpenStreetMap geprüft und jede Fundstelle einzeln benannt. |
| Plätze | Zeigt Campingplätze auf der Karte, dazu der ADAC Campingführer mit eigener Klassifikation. Hier klar im Vorteil. | Plätze aus OpenStreetMap mit Ausstattung und Adresse, ohne Bewertungen und ohne Preise. |
| Reiseplanung über Tage | Auf die Strecke ausgelegt, mit Zwischenzielen. | Fahrzeit pro Tag, Nächte je Halt und Abreisedatum ergeben Reisetage mit Datum, eingeplante Nächte unterwegs und die Platzsuche dafür. |
| Route mitnehmen | Route speichern und in der ADAC Drive App nutzen; einen GPX-Export nennen die Hilfeseiten nicht. | GPX 1.1 mit Wegpunkten und Track, für Garmin, OsmAnd und viele weitere Navis. |
| Kosten | Spritpreise an Tankstellen und berechnete Maut als Teil des Angebots. | Spritkosten aus Verbrauch und den Preisen der durchfahrenen Länder mit Tankstopps, Maut getrennt nach festem Betrag und Schätzspanne. |
| Kosten der Nutzung | Grundfunktionen frei, Wohnmobil-Maße mit Mitgliedschaft. | Vollständig kostenlos, ohne Werbebanner, ohne Premium-Stufe; gekennzeichnete Partnerlinks zu camping.info, Eurocampings und PiNCAMP (ADAC). |
Stand der Angaben zum ADAC Routenplaner: Oktober 2026. Quellen: maps.adac.de (Startseite und Häufige Fragen) und adac.de (Corporate News „ADAC Maps: Routenplaner mit Reiseführer“ vom 9. Oktober 2025).
Für wen sich welcher lohnt
Der ADAC passt besser, wenn du ohnehin Mitglied bist, Wert auf geprüfte Platzbewertungen legst und Pannenhilfe, Stauprognose und Reiseplanung aus einer Hand willst. Die redaktionelle Arbeit dahinter ist echte Substanz und nichts, was sich nachbauen ließe.
Camperada passt besser, wenn du ohne Mitgliedschaft mit deinen echten Maßen planen willst, wenn dich die Aufteilung der Reise auf Tage und Nächte mehr interessiert als die reine Strecke, oder wenn du die Route als GPX auf ein eigenes Gerät bringen willst.
Die beiden schließen sich nicht aus. Planen, wo es ohne Login geht, und die Platzauswahl mit geprüften Bewertungen absichern, ist eine durchaus vernünftige Arbeitsteilung. Wie Camperada mit Maßen und Engstellen umgeht, steht unter Fahrzeugmaße und Engstellen.
Häufige Fragen
- Ist der ADAC Routenplaner kostenlos?
- Die Routenplanung selbst ist ohne Anmeldung nutzbar; das sagt der ADAC auf maps.adac.de selbst. Für die Eingabe der eigenen Wohnmobil-Maße verlangt er nach eigener Angabe einen Login als Mitglied. Die Mitgliedschaft kostet je nach Tarif einen Jahresbeitrag.
- Brauche ich eine ADAC-Mitgliedschaft für die Wohnmobil-Routenplanung?
- Für die Planung mit den exakten Maßen deines Fahrzeugs ja. Camperada verlangt dafür weder Mitgliedschaft noch Konto: Höhe, Breite, Länge und Gewicht lassen sich beim ersten Besuch eintragen.
- Was kann der ADAC, was Camperada nicht kann?
- Der ADAC bringt redaktionell geprüfte Inhalte mit, etwa bewertete Campingplätze aus eigener Erhebung, Stauprognosen, Spritpreise und Pannenhilfe im selben Haus. Diese redaktionelle Tiefe und die Verlässlichkeit einer großen Organisation kann ein Ein-Personen-Projekt nicht ersetzen.
- Kann ich beide zusammen nutzen?
- Ja, und für viele ist das die vernünftigste Variante: die Route samt Etappen, Kosten und GPX-Export in Camperada planen und die geprüften Platzbewertungen des ADAC zur Auswahl der Übernachtung heranziehen.
Selbst vergleichen ist am ehrlichsten
Camperada braucht weder Anmeldung noch Installation. Zwei Halte eintragen genügt, um zu sehen, ob es zu deiner Art zu reisen passt.
Angaben zu ADAC Routenplaner geprüft am 28. Oktober 2026